Empathische Frauen und die Herausforderung der eigenen Heilung

 

 

 

Empathische Frauen sind meist bei ihrem Gegenüber und wollen ihn/sie retten. Was sie nicht wissen ist, dass sie gut daran täten und  genug damit zu tun hätten, nur bei sich selbst zu bleiben. Ich erzähle dir in diesem Artikel warum das so wichtig für das eigene Glück wäre.

Ich selbst bin empathisch zur Welt gekommen und in meiner Erziehung darauf konditioniert worden, die Gefühle und Anforderungen in meiner Familie nonverbal wahrzunehmen.

Stets war es wichtig zu wissen, was gerade in meiner Familie los war. Welche Stimmung hatten meine Eltern und wo konnte ich energetisch Traurigkeit, Wut und Schuld bei ihnen transformieren?

Wann war es besser still zu sein und wann sogar besser aus dem Haus zu gehen?

Mir ist nicht beigebracht worden, meine eigenen Gefühle wahrzunehmen oder meine Bedürfnisse als wichtig zu erachten. So war das bei uns und ich weiß aus meinen Beratungen, dass es in vielen Familien so war und ist.

Das hat auch triftige Gründe. Ich bin 46 Jahre alt und von Eltern groß gezogen worden, die den Krieg erlebt haben, deren Eltern traumatisiert waren und Themen wie: Hunger, Vertreibung, Gewalt und Todesangst ausgesetzt waren. Eine Generation von traumatisierten Menschen, die sich in erster Linie um ihr Überleben kümmern mussten und keine Zeit hatten für ein fröhliches Miteinander, Wahrhaftigkeit, Liebe und die schönen Dinge des Lebens.

Alle verband ein großer Wert: Überleben!

Ich kann heute keinen Vorwurf mehr machen. Jetzt kann ich verstehen, warum die Dinge so liefen, wie sie liefen. Früher konnte ich das nicht. Als Kind wollte ich Liebe, Anerkennung und einfach ans Herz gedrückt werden.

Das möchte ich heute auch noch, weiß aber, dass es vorher „Ab in die Selbstliebe“ heißt.

Ich bin noch autoritär erzogen worden. Es gab keine Schläge, aber sehr klare Ansagen.

Aus meiner Kindheit bin ich heraus gegangen als eine junge Frau, die oft seelisch angeschlagene  Menschen angezogen hat. Mein Vater sagte einmal: „Was hast du nur für ein Faible für kaputte Menschen?“

Klar, Empathen sind alte Seelen, die der inneren Mission der Heilung folgen. Die Disharmonien in die göttliche Ordnung ausrichten wollen. Leider haben die meisten keine effizienten Werkzeuge. Das weiß ich heute, aber früher nicht.

Ständig habe ich diesen unbewussten Auftrag „Heilung“ verfolgt und vor allem: Ohne Auftrag und Einverständnis von meinen „Zwangspatienten“.

Genau habe ich wahrgenommen, wie sich diese emotional verwundeten Menschen verhalten. Wie sie denken, agieren und ihre Welt wahrnehmen.

Ich habe mir Partner gesucht, die selbst Probleme hatten, die sie besser angeschaut hätten. Aber ich war ja da. Habe versucht herauszufinden, was sie brauchen und es ihnen gegeben.

Mich in meinen Bedürfnissen und Wunden habe ich noch nicht einmal angeschaut.

Mit 18 Jahren wurde ich von einem engen Schulfreund gefragt: „Britta, was fühlst du eigentlich? Was wünscht du dir?“ Wumms!

Dieser Moment ist mir auch nach all den Jahren noch in guter Erinnerung, weil ich keine Antwort hatte, sondern einen Erkenntnisschock. „Was in mir vorgeht? Was ich fühle? Keine Ahnung.“

Ich erinnere mich gut, dass ich mit der Frage nichts anfangen konnte. Sie sauste in mir von links nach rechts, oben nach unten, kreuz und quer und fand keinen Anker.

Dennoch war dies eine der wichtigsten Fragen, die man mir jemals gestellt hat, denn sie brachte einen ersten zaghaften Prozess in Gange.

„Was fühle ich?“

Mir wurde klar, dass irgendetwas mit meiner Wahrnehmung über mich selbst sonderbar war. Viel weiter ging es damals nicht. Mein Leben fand größtenteils durch Impulse von außen statt. Nur äußerst selten habe ich mich gefragt, was meine Wünsche sind.

Es ging durch Partnerschaften, in denen meine Partner genau wussten, was sie wollten. Hobbies hatten und sich wirklich damit beschäftigt haben. Ich war eigentlich meist Anhängsel und konnte viel Spaß haben bei den Aktivitäten.

Was mich interessiert hat, wusste ich nicht.

Ich hatte mit Anfang 20 meinen Traumberuf und war Flugbegleiterin. Das war etwas, was wirklich ein Traum von mir war. Reisen, immer neue Menschen, unregelmäßige Arbeitszeiten (Alltagstrott war mir ein Gräuel). Super.

Auch in diesem Beruf aber war ich auf die Wünsche und Bedürfnisse anderer ausgerichtet. Was konnte ich tun, damit es anderen Menschen gut geht? Was brauchen andere, damit sie eine gute Zeit haben?

Empathie hat mich zu einer wirklich guten Flugbegleiterin gemacht.

Hätte mir nur jemand gesagt, wie wichtig es ist, ab und zu mich selbst zu fragen, was ich gerade brauche. Vor allem emotional. Finanziell war es eine gigantische Zeit. Ich konnte kaufen, was ich wollte. Ich lebte in Wohlstand.

Emotional war ich auf der Suche nach Liebe, Geborgenheit und Ankommen.

Geld war mir nicht so wichtig. Ich fand es viel spannender, Kolleginnen zu beobachten, deren Wert in Beziehungen auf Geld, Status und ähnliches ausgelegt war. Sie waren ganz anders als ich und empfanden Liebe als wirklich untergeordnet.

Damals hat mich das befremdet, heute weiß ich, dass dies unterschiedliche Wertevorstellungen sind.

Durch meine beiden wichtigen Beziehungen (weil Kinder geboren wurden) habe ich gelernt, wie wichtig es ist, bei mir zu sein. Auf meine Bedürfnisse zu achten und sie auch auszusprechen. Ich hätte mich niemals auf diese Partner eingelassen, wenn ich das Wissen, welches ich heute habe, damals schon gehabt hätte.

Da ich es aber nicht erlernt hätte, wenn diese beiden „Zwangspatienten“ nicht gewesen wären, empfinde ich wenig Groll.

Wahre Liebe besteht aus Geben und Nehmen.

Wenn du in deiner Kindheit nicht gelernt hast, beide Energien harmonisch zu leben, wird sich in deinen Beziehungen immer wieder ein Hinweis darauf ergeben.

Empathische Frauen haben einen großen Bedarf, zuerst ihre eigenen Wunden zu heilen. Durch das Aufwachsen in einem verwundeten Umfeld entstehen Defizite in Selbstwahrnehmung, Selbstwert und zuletzt Selbstliebe.

All die Anerkennung, die du in deiner Kindheit nicht erfahren hast, darfst du dir erst einmal selbst geben, um das Reservoir aufzufüllen.

Als empathische Frau überlege dir:

  • Habe ich in meiner Kindheit gelernt, meine Bedürfnisse auszusprechen?
  • Wurde ich in meinen Wünschen ernst genommen und unterstützt?
  • Hat mein Umfeld mich als anders und sonderbar bezeichnet?
  • Bin ich in meinen Beziehungen eher bei anderen?
  • Versuche ich ungefragt zu therapieren?

Ich bin sicher, du weißt schon, ob du noch Handlungsbedarf hast. Du fühlst sicher ganz genau, dass da noch Disharmonien in dir schwingen, oder?

Was du spontan für dich tun kannst, um Klarheit zu erhalten:

  • Schreibe auf, welche Bedürfnisse zu kurz gekommen sind. (Nähe, Umarmungen, Unterstützung)
  • Wurden deine Wünsche ernst genommen? (Welches waren die Wünsche deiner Kindheit? Schreibe sie dir alle auf und erfülle sie dir, wenn möglich)
  • Mache Dir bewusst, welche besonderen Eigenschaften dir zu eigen sind. Was zeichnet dich aus? (Humor, Lebendigkeit, Wissensdurst, Reiselust)
  • Frage dich bitte ganz ehrlich, ob du „Zwangspatienten“ in deinem Leben hast. Dies müssen nicht nur Partner sein, es können auch Freundinnen sein. (Wem gibst du laufend Tipps wie ein Berater und verlangst nichts dafür? Bei welchen Menschen hast du das Gefühl, zu geben ohne zu erhalten?)
  • Verunsichert es dich, wenn deine „Zwangspatienten“ sich verweigern? Was genau macht es mit deinem Selbstbild?

 

Diese Fragen dienen deiner Klarheit und Selbsteinschätzung. Schau gern unter meiner kostenfreien Ressourcen, damit du dich von all diesen Menschen energetisch lösen kannst. Es hilft dir!

Schreibe mir davon und wenn du magst, teile diesen Artikel.

Sending LOVE

Britta

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